Die Internationale Berufsakademie möchte sich in Wangen ansiedeln und sucht derzeit noch Partner und Bewerber. Alfred Weinberger steht für die Studienberatung der IBA und erklärt, was es mit der Hochschule auf sich haben wird.
Wer ist die IBA?
Weinberger: Die IBA ist die Internationale Berufsakademie. Sie ist gemeinnützig und eine Tochter der F + U Unternehmensgruppe. F + U steht für Fortbildung und Umschulung. Die IBA gibt es seit 2006, sie ist eine hessische Gründung und unterliegt demnach auch hessischem Hochschulrecht. Die IBA gibt es in zwölf Städten bundesweit. Sie wird derzeit von rund 1500 Studierenden besucht.
Woher kommt das Personal der IBA?
Weinberger: Da ist zunächst der wissenschaftliche Leiter, Dr. Dr. Hermann Knödler. Zudem bewerben sich bei uns Dozenten benachbarter Hochschulen. Hier in der Region sind das unter anderem die Fachhochschulen in Kempten, Dornbirn und Weingarten, aber auch die Duale Hochschule, zu der wir übrigens sehr gute Beziehungen pflegen. Wir haben aber auch Freie Mitarbeiter, die bei uns unterrichten. Ein großer Teil der Dozenten hat promoviert. Sie benötigen aber zumindest einen akademischen Abschluss und alle sind durchweg Berufspraktiker.
Was unterscheidet die IBA von der DHBW?
Weinberger: Es gibt zwei grundlegende Unterschiede: Wir sind eine gemeinnützige GmbH und werden nicht über Steuergelder finanziert. Die Studiengebühren belaufen sich bei uns auf 530 bis 545 Euro monatlich. Sie müssen von den Betrieben aufgebracht werden, deren Mitarbeiter bei uns studieren. Der zweite Unterschied ist die geteilte Woche. Die Studierenden sind 2,5 Tage im Betrieb und 1,5 Tage an der Hochschule. Das ist neu an allen IBA-Standorten. In der neuen Berechnung ist ein kleiner Heimstudienanteil eingerechnet.
Wie ist die IBA strukturiert?
Weinberger: In der Regel kommen die Studierenden an zwei immer gleichen Wochentagen fix über drei Jahre hinweg an die Hochschule. Üblicherweise dauert ein Studiengang drei Jahre. Neu wird im kommenden Sommersemester ein Studium über sieben Semester angeboten. Dieser Studiengang dauert länger, weil hier eine Fremdsprachenvertiefung in Spanisch hinzukommt. Wir haben viele Studierende im Hotel- und Tourismusbereich bei uns. Von da kommt auch der Wunsch, sich mehr mit Spanien und Lateinamerika zu befassen. So enthält dieser Studiengang dann auch 14 Tage in Spanien oder auf Teneriffa, wo wir unsere Marketingabteilung haben. Dort können wir den Studierenden einiges zeigen. Die im Wintersemester startenden Studiengänge bleiben alle sechssemestrig.
Wie sind die Lerninhalte strukturiert?
Weinberger: Die Lerninhalte sind vorgegeben durch die Akkreditierung.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Unternehmen?
Weinberger: Nachdem sie im vergangenen Jahr noch recht zögerlich war, haben jetzt viele Unternehmen gesehen, dass die IBA auch eine Möglichkeit zur innovativen Personalentwicklung liefert. So können die Firmen ihre Fach- und Führungskräfte sichern. Wir sehen uns hier als dritte Säule neben der DHBW und der FH. Wenn ein Unternehmen unsere Leistungen als Personalentwickler nutzen möchte, dann zahlt es seinen Mitarbeiter anteilig zu der Zeit, die er im Betrieb verbringt. Wie diese Vergütung aussieht, wird zwischen Firma und Mitarbeiter ausgehandelt. Aus steuerlichen Gründen ist es dann günstig, wenn der Mitarbeiter die Studiengebühren bezahlt. Er kann sie von der Steuer absetzen.
Was bringen die Unternehmen, was die Studierenden ein?
Weinberger: Das Unternehmen bringt die Finanzen ein, der Student bringt sich selber mit seiner Arbeitskraft ein. Die Partnerunternehmen kennen ja die duale Arbeitsweise in der Ausbildung. Der Unterschied zur dualen Berufsausbildung liegt aber darin, dass die Studenten älter sind und auch einen anderen Erfahrungsschatz mitbringen. Besonders für kleinere Unternehmen ist es günstig, dass die Studierenden an der IBA die halbe Woche dem Betrieb zur Verfügung stehen.
Wieso wollen Sie nach Wangen und Lindau?
Weinberger: Die Region hat sehr viele innovative Unternehmen. Wir sind deshalb überzeugt, dass wir die IBA auch in der ländlich strukturierten Region einführen können. Sowohl die Oberbürgermeister als auch die Unternehmen in der Raumschaft wollen uns unterstützen. Nach Wangen gehen wir sehr gern, weil es hier auch viele weiterführende Schulen gibt.
Wann endet die Bewerbungsfrist fürs Sommersemester?
Weinberger: Wir halten das wie die öffentlichen Hochschulen. Aber bei uns kann man sich auch noch nachmelden. Das heißt, eigentlich endet dieses Jahr die Bewerbungsfrist.



